Veigelesbühne Möttlingen

 Original Schwäbisches Mundart-Theater


Saison 2002/2003:   D`r Landrats-Kandidat


 von Horst Willems,  schwäbische Bearbeitung von

Christine Kohler und der Veigelesbühne Möttlingen


Ist es nicht der Alptraum eines jeden "richtigen" Politikers, wenn irgendwann und unvermutet einer der vollmundig umworbenen Wähler plötzlich vor der Tür steht und auf die wortgetreue Einlösung der Wahlversprechungen pocht - denn: "versprochen ist versprochen ..." Und dies genau widerfährt Albert Fingerle, dem Bürgermeister von Möttstett. Und natürlich - wie könnte es anders sein - geschieht dies im denkbar ungünstigsten Moment. Hat er doch just an diesem Wochenende die Gunst der Stunde nutzen wollen um mit Biggi, der höchst attraktiven Mitarbeiterin aus der Rathauskantine, einige amouröse Stunden ungestört in seinem Wochenendhaus zu verbringen. Die Ehefrau, weit weg zu Besuch bei der Tochter, die Tagesgeschäfte weit weg im Rathaus - da kann ja nichts mehr schief gehen ... und bald fallen auch die Hemmungen und mit ihnen die ersten "Hüllen". Doch wer klingelt nun gerade jetzt an der Tür ?! Und das, obwohl soeben heftigster Schneefall einsetzt und die Straße zur Stadt allmählich unpassierbar wird ? Der Gemeindepolizist ist es - in Gestalt von Harry Hölzle - dieser überbringt Albert die freudige Nachricht, dass er von der Partei als Landratskandidat ausgewählt wurde. Eigens dafür sei aus Berlin bereits ein hoher Parteifunktionär auf dem Weg, um seine Eignung und Würdigkeit für dieses Amt zu überprüfen. Aber mit Biggi im Haus wird das wohl problematisch werden; aber wie wird man die Dame möglichst dezent und vor allem schnell wieder los ? Dem Bürgermeister ist wahrlich keine Ruhe gegönnt, denn der nächste Gast steht schon vor der Tür: Herrmann Schlotterbeck ist es und der steht ab sofort nicht mehr vor der Tür , sondern mit beiden Füßen auf Alberts Nervenkostüm. Herrmann, arbeits- und wohnungslos, fiel in seiner Not als letzte Rettung das Wahlversprechen des Bürgermeisters ein: "Ihr könnt immer auf mich zählen; ich bin immer für Euch da !" Und fortan hat Albert mindestens zwei Probleme. Alle Versuche Herrmann loszuwerden scheitern, da dieser sich als so anhänglich erweist, dass jeder Kaugummi unter einer Schuhsohle vor Neid erblassen würde ! Aber so richtig turbulent wird es, als zu Alberts Entsetzen und Überdruss auch noch Irene, seine Ehefrau auftaucht. Jetzt sind alle Zutaten für ein Gegenseitiges Versteck- und Intrigenspiel bzw. für einen tollen und unterhaltsamen, schwäbischen Theaterabend gegeben, in dessen weiterer Handlung es den Zuschauern Lachtränen in die Augen treiben wird. Es ist auch zu köstlich mit anzusehen, wie Albert - um seine Haut zu retten - sein kunstvoll errichtetes Lügengebäude bei jeder Wendung der Handlung neu aufstocken muss. Und damit noch lange nicht genug: Bald fällt ein Schuss - aber wer ist das Opfer ? Warum liegen sich Albert und Herrmann auf einmal dürftig bekleidet in den Armen ?


Personen und ihre Darsteller:

Albert Fingerle

gespielt von: Arnold Gäckle

Irene Fingerle

gespielt von: Anke Gruber

Biggi Helvetia

gespielt von: Christina Rieth

Hermann Schlotterbeck

gespielt von: Klaus Kutzer

Ulli Bieringer

gespielt von: Heike Vorgrümler

Harry Hölzle

gespielt von: Tobias Kutzer